
LRS-Förderung an der Markgrafenschule
An der Markgrafenrealschule können Schüler/innen der Jahrgangsstufen 5 und 6, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder -Störung haben, gefördert werden. Um so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können, werden die Förderkurse (45 min, einmal in der Woche) mit maximal sechs bis acht Kindern besetzt.

Wer kann an der Fördermaßnahme teilnehmen?
Zunächst können alle Kinder der Klassenstufen 5 und 6 an der LRS-Förderung teilnehmen, die eine medizinisch diagnostizierte Lese-Rechtschreib-Störung oder -Schwäche haben und noch nicht außerschulisch gefördert werden. Werden diese bereits außerschulisch gefördert, können die Fachlehrkräfte auch Schüler/innen ohne vorliegende medizinische Diagnose den Vorrang geben, die gleichwohl ein vergleichbares Defizit in der Rechtschreibung haben.
Nachteilsausgleich / Notenschutz
Nachteilsausgleich und Notenschutz dienen beide dazu, Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen gerecht zu beurteilen, unterscheiden sich jedoch grundlegend:
Nachteilsausgleich
Beim Nachteilsausgleich werden lediglich die äußeren Bedingungen der Leistungserbringung angepasst (z. B. mehr Zeit oder Hilfsmittel), während die fachlichen Anforderungen unverändert bleiben und sich keine Auswirkungen auf die Note ergeben. Ein Nachteilsausgleich muss zu Beginn des Schuljahres von den Erziehungsberechtigten schriftlich beim Klassenlehrer beantragt werden (formlos). Welcher Nachteilsausgleich dann letztlich infrage kommt, wird in der Klassenkonferenz besprochen und schriftlich festgehalten. Mögliche Ausgleiche sind z.B.: mehr Zeit bei Tests und Klassenarbeiten; größere Schrift bei Texten; Schreiben mit bevorzugten Stiften; etc.
Nachdem ein Nachteilsausgleich festgelegt wurde, erhalten die Eltern eine schriftliche Bestätigung darüber. Er ist für alle in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte verbindlich, d.h. es findet keine Unterscheidung nach Fächern statt.
Es erfolgt kein Zeugnisvermerk. Findet sich für das Kind kein hilfreicher Nachteilsausgleich, kann es im Zeugnis - in Absprache mit den Eltern - einen Vermerk geben.
In allen weiteren Fächern wird die Rechtschreibnote nicht bewertet.
(Vgl. Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums vom 22.8.2008)
Notenschutz
Der Notenschutz kann nur in den Fächern Deutsch und in den Fremdsprachen angewendet werden und greift erst, wenn ein Nachteilsausgleich nicht ausreicht. Hier werden einzelne Leistungsbereiche in Deutsch und in den Fremdsprachen nicht oder nur eingeschränkt bewertet, was sich unmittelbar auf die Notengebung auswirkt und in der Regel im Zeugnis vermerkt wird.
(Vgl. Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums vom 22.8.2008)
Wie kann ich mein LRS-Kind zu Hause unterstützen?
In erster Linie ist es wichtig, Schüler/innen mit LRS kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen und sie zu stärken.
Unterstützen im Fach Deutsch
Das geht unter anderem mit der FRESCH-Methode (Freiburger Rechtschreib-Schule). Diese wird auch in unseren LRS-Kursen angewendet. Dabei handelt es sich um die vier Rechtschreibstrategien, die wir in diesem Kurs vertiefen. Sie werden auch im regulären Deutschunterricht thematisiert.
Unterstützen in den Fremdsprachen
Gliedern ist das Wichtigste:
- Mit Vokabelkärtchen lernen, in drei Farben, immer drei Vokabeln bekommen eine Farbe, unabhängig vom Thema, in 3er Paketen lernen, 9 neue Wörter am Tag reichen, nie mehr als 12 auf einmal.
- Bei Wörtern, die besonders schwer sind, ein Bild neben das Wort zeichnen.
- Den Begriff in die Zeichnung hineinarbeiten: So kann man kann z.B. ein Dach zeichnen und roof in die Ecken schreiben.
- Es ist hilfreich, gleich klingende Wörter/Wortgruppen zu bündeln: see, bee, knee... / fine, mine, shine.../who, where, when... .
- Mit Wortfeldern oder Mindmaps arbeiten, nicht mit Wortlisten (z.B. das Wortfeld „family“, „animals“, „feelings“…).
- Wörter über das gemeinsame Lesen zu lernen ist sehr hilfreich. Dazu können Eltern die Texte im Buch immer wieder vorlesen und sie gemeinsam mit ihrem Kind übersetzen. Das gibt dem Kind Sicherheit im Textverständnis.
- Deutliches, langsames Vorlesen hilft dem Kind auch. Wörter können anschließend im Chor gesprochen oder abwechselnd gelesen werden. So werden Bedeutung und Aussprache Das motiviert das Kind. Die richtige Schreibweise wird untergeordnet.
Zusätzliche Unterstützung
- regelmäßiges lautes Vorlesen und abwechselndes Lesen von Texten und Geschichten
- gemeinsames rhythmisch-melodisches Sprechschwingen einüben
- Schreiben auf der Heftliniatur der 3. bzw. 4. Klasse
- Schreiben mit Bleistift
- sauberes Abschreiben von kleineren Texten üben
