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Indien

Seedling Public School Jaipur – Markgrafen-Realschule Emmendingen

Die Seedling Public School ist in Rajasthans Hauptstadt Jaipur ansässig. Sie gehört zur Seedling Group of Schools, zu denen auch die Seedling Modern High und seit 2008 auch die Jaipur National University gehören. Die genannten Institutionen zählen zu den prestigeträchtigsten Ausbildungsstätten der Millionenstadt.

Die Markgrafen-Realschule liegt in der Kleinstadt Emmendingen im Breisgau, knapp zwanzing Kilometer nördlich von Freiburg. Sie zählt etwa 600 Schüler und 45 Lehrkräfte. Nachdem die Berufsorientierung 2007 als Schwerpunkt im Schulcurriculum Einzug hielt, wurde die Markgrafen-Realschule 2009 mit dem BoriS-Siegel des Landes Baden-Württemberg für berufsorientierte Schulen ausgezeichnet.
Erste Kontakte zwischen beiden Schulen wurden 2007 geknüpft und mündeten 2008 in den ersten interkulturellen Austausch unter dem Motto „Creating intercultural bonds between Baden-Württemberg and Jaipur“. Neben der Markgrafen-Realschule waren auch zwei weitere Realschulen und das Staatliche Seminar für Lehrerausbildung Freiburg beteiligt. 2010 wird der Austausch zum dritten Mal stattfinden.
Erklärtes Ziel der Bildungspartnerschaft Baden-Württemberg – Indien war es, den Schülern neben Einblicken in die Kultur auch Erfahrungen in der internationalen Arbeitswelt zu ermöglichen. Die Firmen Fischer, Pfizer, Märtin, Schmolck, Kaufland und die Badische Zeitung erklärten sich 2008 bereit, die indischen Partner mit den deutschen Schülern im Rahmen eines Praktikums zur Berufsorientierung zu betreuen. Zu dem gemeinsamen Projekt gehörte auch die Aufarbeitung, Dokumentation und Präsentation der Erfahrungen während des Berufspraktikums (Global-BORS).

Die erste indische Reisedelegation besuchte Emmendingen im Frühjahr 2008, der Gegenbesuch erfolgte im Herbst 2008. Mittlerweile ist der Austausch mit der Seedling Public School fester Bestandteil der zusätzlichen Angebote der Markgrafen-Realschule. Seit Februar 2010 besteht der Email-Kontakt zwischen indischen und deutschen Partnern des aktuellen Austauschs. Im Mai/Juni wird die Delegation der Seedling Public School erwartet, die Markgrafen-Realschule wird voraussichtlich im September/Oktober 2010 nach Jaipur reisen.

Matthias Krämer

Was ist Sinn und Zweck dieses interkulturellen Schüleraustauschs mit Indien?

Der Austausch mit Indien ist neu und Besonders in seiner Art. Er stellt eine Menge Anforderungen an alle Beteiligten: Schüler, Lehrer und Lehrer. An alle die mitfahren und auch die, die hier bleiben. Man muss schon eine fehlertolerante Haltung besitzen, sonst ist es kaum möglich!
Um eine fortschrittliche Schule zu sein muss das“ Innen und Außen“ stimmen. Ausdauernde, mühsame Kleinarbeit in der Schule verdient genauso Anerkennung und Respekt wie der Mut, sich Neuem, Ungewohntem zu öffnen.

Internationale Begegnungen zwischen Schülern ermöglicht den Teilnehmenden den eigenen Horizont zu erweitern, Stereotypen abzubauen und kulturelle Vielfalt zu erleben. Ein Austausch innerhalb Europas (Frankreich, England oder Dänemark) ist etwas völlig anderes, als mit der unvorstellbar fremden und überwältigenden Kultur Indiens.

Konfrontiert zu werden mit einer völlig anderen Welt sprengt den Rahmen der eigenen Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster und trägt dazu bei, dass eine oder andere kritisch zu bewerten – gerade in einem  Alter, in dem es um Wertmaßstäbe gefestigt werden.

Ein Kompetenzzuwachs entsteht dadurch, dass SchülerInnen im familiären Umfeld lernen, sich in völlig unterschiedlichen Gesellschaftswelten zurechtzufinden. Ziel dabei ist, Respekt und Toleranz zu fördern. Dies fiel nicht immer leicht, ist aber gelungen.

Es hat mich beeindruckt mitzuerleben wie sich das Sozialverhalten der Schüler im Laufe des Austauschs verändert hat, wie offen und aufgeschlossen die TeilnehmerInnen wurden, wie sie anfingen Fragen zu stellen – und wie sich das vorschnelle Bewerten verändert hat. Toll!
Sie haben nacheinander geschaut, als Gruppe zusammengehalten, so verschieden sie zum Teil waren, sind zusammengewachsen. Meine eigene Erfahrung, natürlich in der besonderen Situation neugieriger Lernbegleiter zu sein, hat mich bereichert und für meinen Schulalltag motiviert.
Natürlich wurden durch den Aufenthalt auch die Englischkenntnisse verbessert, vor allem aber entstanden Freundschaften zwischen Deutschen und Indern.

Welche Perspektiven hat dieser Austausch für die Zukunft?

Schüler und Schülerinnen fit fürs Leben zu machen war schon immer ein Ziel von Erziehung. Dass das in einer globalisierten Welt komplizierter ist, ist uns allen klar. Nach diesem ersten Indienaustausch bin ich davon überzeugt, dass der Austausch einen kleinen aber wichtigen Beitrag leisten kann, dieses Ziel zu erreichen. Sicher gibt es noch einiges zu verbessern, einiges haben wir versucht zu verbessern und an manchem arbeiten wir, überdenken, verwerfen, korrigieren. Nicht immer gelingt alles auf Anhieb und wir sind auf Rückmeldung von den Teilnehmern angewiesen.

Sybille Rötgers, Petra Zai-Englert, Eva Böhm

Reisebericht von Valentin Schüle.

Beispiel für die Umsetzung eines Interkulturellen SchülerInnenaustauschs

Thema: Berufsorientierung unter dem Aspekt interkultureller Kompetenz

Wir als Markgrafen-Realschule fühlen uns insbesondere dafür verantwortlich die vorberufliche Qualifizierung und Berufseinstiegschancen von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Deshalb ist dieser internationale Schüleraustausch eingebettet in das bereits bestehende Konzept zur Berufsorientierung.

Das Konzept basiert im Wesentlichen auf der Zusammenarbeit mit betrieblichen Kooperationspartnern vor Ort. Die Betriebe sind ebenfalls – sowohl in Deutschland als auch in Indien – in das Austauschprojekt involviert. Sie ermöglichen und unterstützen sehr engagiert die indischen Partner/Partnerinnen mit den deutschen Schülern/Schülerinnen im Rahmen eines Praktikums zur Berufsorientierung.

Neben dem Einblick in die jeweils fremde Kultur ermöglichen sie auch Erfahrungen im Hinblick auf die internationale Arbeitswelt. Wesentlicher Bestandteil dieser Austauschbegegnung ist ein 4-tägiges Betriebspraktikum. Ebenfalls soll den indischen Schülerinnen und Schülern an drei Vormittagen die Möglichkeit gegeben werden im Dialog mit den deutschen Mitschülern ihre unterschiedlichen Erfahrungswelten auszutauschen und zu reflektieren.

Das Thema spiegelt sich auch innerhalb des Ausflugsprogramms wieder. Dazu gehört das Kennenlernen des Schwarzwalds mit seiner höchsten Erhebung, des Feldbergs. Die Begegnung mit der Natur soll nicht nur Erlebnischarakter haben, sondern auch zur Auseinandersetzung mit dem weltweit relevanten Thema Nachhaltigkeit anregen. Zur regionalen Besonderheit gehört neben der Stadt Emmendingen die mittelalterliche Stadt Freiburg mit ihrer „Green City“, dem Stadtteil Vauban.

Der Besuch des Europa-Parks zugestandenermaßen zm einen den Schülerinnen und Schülern große Freude bereiten, zum anderen könnten sie denen Eindruck von der Vielfalt der deutschen Freizeit- und Vergnügungsgesellschaft gewinnen. Eine ergänzende Exkursion bietet der Besuch unseres Nachbarlandes Frankreichs, mit dem Höhepunkt Paris.

Themenorientierter Bestandteil ist zudem ein künstlerisch-ästhetisch-praktisches Projekt, angeleitet von einem Künstler- und Künstlerinnenteam auf Schloss Rothenfels. Die Begegnung zweier Kulturen soll plastisch auf einem Format von 2×2 Metern ausgedrückt werden.

Die Dokumentation und Präsentation der Erfahrungen während des 4-tägigen Betriebspraktikums und des künstlerischen Projekts finden dann neben indischem Tanz und indischem Essen am Abschlussabend ihren angemessenen Platz.

Wir hoffen, dass durch diese Austauschbegegnung wir als Schule einen Beitrag leisten können, die interkulturelle Kompetenz zu fördern.

Sybille Rötgers, Petra Zai-Englert, Eva Böhm

Schlussgedanken:

Fünf Jahre gab es den SchülerInnenaustausch mit der Seedling Public und Modern High Scholl in Jaipur/Rajasthan/Indien und der Markgrafen
Realschule in Emmendingen, der mit dem Besuch der Markgrafenrealschüler 2012 in Jaipur leider beendet wurde.

Die Markgrafenrealschule blickt auf eine sehr bereichernde und großartige Zeit des Interkulltuellen Austauschs mit Indien zurück und sieht sich weiterhin verpflichtet Autauschbegegnungen auf europäischem Raum für Schülerinnen und Schüler der Markgrafenrealschule zu ermöglichen.